|
Charly und Nicky, die Geschichte einer grossen Liebe
Charly, geb. 1979 + 4.11.1990
Nicky, geb. 1986 + Okt. 1990 Mein Bruder hatte sich einen Nymphensittich gekauft,das war 1978. Ich kannte bis zu diesem Zeitpunkt diese Vögel überhaupt nicht und Charly hat mir gleich gefallen. Er war ein wunderschöner Schecke. Da mein Bruder aber unbedingt einen sprechenden Vogel haben wollte und Charly nicht sprechen konnte, hat er ihn zum Züchter zurück in die Voliere gegeben. Charly war sehr zahm und verschmust und ich habe das überhaupt nicht verstanden, wie man so ein Tier weggeben kann. In der Voliere hat er sich mit den anderen Vögeln nicht verstanden und so kam der arme Charly zu mir. Ich hatte damals noch nicht so viel Ahnung von Nymphies und habe Charly 9 Jahre alleine gehalten. Er war total auf mich fixiert und ist nicht von meiner Seite gewichen. Neun Jahre später hat mich der Züchter gefragt, ob ich einen Notfall bei mir aufnehmen könnte. Eine zwei Jahre alte Lutinohenne. Der Besitzer war verstorben und die Angehörigen wollten Sie nicht haben.Die wussten noch nicht einmal wie sie heisst. Ich habe sie zu mir genommen und sie Nicky getauft.Charly hat sie gleich akzeptiert. Sie war genau wie Charly total zahm und hat ihre Liebe zwischen mir und Charly gerecht aufgeteilt. Ich hatte vier wunderschöne Jahre mit den beiden. Nun kommt der traurige Teil der Geschichte. Nicky begann nach vier Jahren plötzlich Eier zu legen. Ich habe den grossen Fehler gemacht, ihr die Eier immer wegzunehmen. Ich hab es ja nicht besser gewusst. Nach einiger Zeit konnte sie keine Schale mehr bilden und der Bauch wurde immer dicker. Ich bin dann zum Tierarzt gefahren und der hat mit einer Nadel die Eier aufgestochen und aus dem Bauch gedrückt. Es war furchtbar. Nachdem sich Nicky etwas erholt hatte, begann der Bauch wieder dicker zu werden. Ich habe dann den Tierarzt gewechselt. Dieser hat mich an einen Spezialisten in Düsseldorf verwiesen. Der hat Nicky untersucht und mir dann gesagt, dass nur eine OP noch helfen k�nnte. Er hat mich darauf hingewiesen,dass die Narkose bei einem so kleinen Vogel immer ein Risiko wäre und es bestände nur eine Chance von max. 50 %, dass Nicky die OP überlebt. Da ich sie auf keinen Fall weiter quälen wollte, habe ich der OP zugestimmt. Sie hat die OP nicht überlebt. Der erste TA hatte die Legeröhre völlig zerstochen und sie hatte noch vier verhärtete Eier im Bauch. Ich war völlig fertig, zumal ich ja auch nicht ganz unschuldig an der Sache war. Aber es kam noch schlimmer. Ich habe dann zu Hause den zweiten Käfig weggestellt. Charly hat tagelang geschrien. Anfangs hat er noch gefressen und dann auch noch das Futter verweigert. Ich habe den TA angerufen,der hat gesagt ich sollte schnellstmöglich eine neue Henne besorgen. So weit ist es nicht mehr gekommen. Drei Wochen nach Nickys Tod kam ich von der Arbeit nach Hause und Charly lag tot auf dem Käfigboden. Das war im Frühjahr 1991. Ob er an Trauer gestorben ist weiss ich nicht aber ist schon möglich.. Ich habe die beiden nie vergessen und noch heute hängen Bilder der beiden an meiner Wand. Es ist so furchtbar, wenn ein Tier stirbt und alle, die das schon einmal erlebt haben werden mich sicher verstehen. Die Tiere begleiten uns nur ein kurzes Stück unseres Weges, aber sie geben soviel Schönes, dass mir alle leid tun, die keinen Bezug zu Tieren haben. Vielleicht seid Ihr beiden auch über die Regenbogenbrücke gegangen und ich sehe Euch eines Tages wieder, irgendwo, wo es wunderschön ist für Menschen und Tiere. Lebt wohl meine ersten Nymphies Charly und Nicky, die Schuld an meiner grossen Liebe zu Nymphensittichen sind.
|